HÜTTENTOUR IN DEN STUBAIER ALPEN
Alpine Erfahrung, gute Kondition und Trittsicherheit sind die Voraussetzungen für diese hochalpine Tour in den Stubaier Alpen mit Ausgangs- und Endpunkt in Sölden.
1. TAG: Sölden (1.377 m) - Brunnenkogelhaus (2.738 m)
Ausgangspunkt für eine der schönsten Hüttentouren in den südlichen Stubaier Alpen ist der Söldener Ortsteil Windau. Der markierte Hüttenweg zieht zunächst ein kurzes Stück in das Windachtal hinein und leitet dann anfänglich durch dichten Wald, doch spätestens nach dem Wirtshaus Falkner steil aber sehr aussichtsreich hinauf zum Vorderen Brunnenkogel, auf dessen Gipfel die gleichnamige Hütte thront. Eine alternative Anstiegsmöglichkeit bietet sich demjenigen an, der sich am Anreisetag noch etwas betätigen möchte: Aufstieg durch das Windachtal zur Fiegl's Hütte mit dortiger Übernachtung. Am nächsten Tag etwa 10 Minuten taleinwärts bis zur markierten Abzweigung nach rechts, durch lichten Wald, anfangs etwas steil, später durch die flachen Almböden des Schönkares und zuletzt auf gutem Steig hinauf zur Hütte.
Gehzeit: jeweils 4,5 - 5 Stunden
Brunnenkogelhaus: Öffnungszeit Ende Juni bis Ende September
Pächter: Martin Gstrein, tel. 0043 (0) 664 1234 206
2. TAG: Brunnenkogelhaus (2.738 m) - Gasthof Hochfirst (1.780 m)
Die Überschreitung des aussichtsreichen Brunnenkogelkammes ist durch die Anlage eines gesicherten Steiges dem trittsicheren und schwindelfreien Bergwanderer möglich geworden. Zunächst unschwierig, später etwas ausgesetzt zieht der Weg über den Hinteren Brunnenkogel, den Rotkogel und die Wilde Rötespitze nach Südosten zum Wannenkarsattel. Während der Kamm nun nach Osten zum Wannenkogl abnickt, führt der Weg hinunter ins Obere Wannenkar und danach ohne große Höhenunterschiede über das Rötenkarle und das Wietenkar nach insgesamt 4,5 Stunden hinüber zum Timmelsjoch. Für den Abstieg ins Timmelstal auf dem nicht zu verfehlenden Fernwanderweg E5 benötigt man weitere 1,5 Stunden. Man erreicht den Talgrund bei der Brücke der Timmelsjochstraße über die Passer unterhalb der Schönauer Alm. Die Straße etwa 10 Minuten aufwärts gehend findet man den Gasthof Hochfirst. Etwa 15 Minuten vor Erreichen des Talgrundes gibt es einen schönen Weg, der am Hang entlang ebenfalls zum Gasthof führt.
Gehzeit: gesamt ca. 6 Stunden
Gasthof Hochfirst: unmittelbar an der Timmelsjochstraße, Öffnungszeit Mai bis November
Eigentümer: Familie Pöhl, tel. Gasthof (0039) 0473 647040, tel. privat (0039) 0473 656279
3. TAG: Gasthof Hochfirst - Schneeberghaus (2.355 m)
Vom Gasthof Hochfirst geht man zehn Minuten die Timmelsjochstraße hinunter bis zur Brücke über die Passer. Von hier führt der gut markierte „Knappensteig" hinüber in das ehemalige Bergbaugebiet St. Martin am Schneeberg. Der anfangs dichte Wald lichtet sich sehr schnell, und der Weg wird flacher. Wunderschöne Ausblicke hinüber ins Seewertal mit dem markanten Hochfirst beleiten uns lange, bis sich der Weg nach Norden ins Tal des Schneebergbaches wendet.
Nach einer kurzen Tagesetappe bleibt Zeit genug, um sich in der Umgebung der Hütte, z.B. beim schön gelegenen Kleinen Schwarzsee, umzusehen oder das interessante Bergwerksmuseum mit dem neu errichteten Erlebnispfad zu besuchen. Eine Broschüre ist in der Hütte erhältlich. Die Schneeberghütte ist ein restauriertes Gebäude des ehemals höchstgelegenen Bergwerks in Europa. Der Hüttenbetrieb lässt in Bezug auf Gastronomie und Beherbergung keine Wünsche offen
Gehzeit: 2,5 Stunden
Schneeberghütte: Öffnungszeit 15. Juni bis 15. Oktober
Hüttenwirt: Heinz Widmann, tel. Hütte (0039) 0473 647045, tel. privat (0039) 0473 656306
4. TAG: Schneeberghaus - Siegerlandhütte (2.710 m)
Auf dem gut markierten Weg Nr. 29 erreicht man nach einer knappen Stunde die 2.668 Meter hohe Karlscharte. Der Abstieg ins Timmelstal und die Querung hinüber zum Schwarzsee sind leicht, auch wenn man im groben Blockwerk manchmal die Hände zu Hilfe nehmen muss. Nach einer ausgiebigen Rast an einem der schönsten Seen in den Stubaier Alpen geht es auf einem guten Bergweg kurz hinauf bis zur Abzweigung Siegerlandhütte/Becherhaus. Der linke Weg führt zur Windachscharte, von dort zunächst ca. 250 Meter parallel zum Kamm nach Osten und dann mit etwas Vorsicht - immer der guten Markierung folgend - hinunter in das unendliche Kar des weitgehend abgeschmolzenen Östlichen Scheiblehnferners. Die Siegerlandhütte ist dann schnell erreicht.
Gehzeit: 4 Stunden
Siegerlandhütte: Öffnungszeiten Ende Juni bis ca. 20. September
Pächter: Hermann Fiegl, tel. Hütte 0043 (0) 5254 2142, tel. privat 0043 (0) 5254 2189
5. TAG: Siegerlandhütte - Hildesheimer Hütte (2.900 m)
Der gut markierte Weg zur Hildesheimer Hütte verliert nach der Siegerlandhütte erst einmal knappe 100 Höhenmeter und quert dann leicht ansteigend das Triebenkar, um später etwas steiler an der Ostflanke des Gaiskogels zum Gamsplatzl hinaufzuleiten. Etwas unangenehm rutschig wird er erst unmittelbar unter dem Joch, das sich dann allerdings als großartiger Rastplatz mit Blick in die Dolomiten einerseits und in die ganz hohen Ötztaler Alpen andererseits entpuppt. Von hier ist die Hildesheimer Hütte schon ganz nahe. Als kleine Gemeinheit stellt sich allerdings heraus, dass man bis auf den Grund des Gaiskares hinab- und danach noch einmal 200 Höhenmeter hinaufsteigen muss. Die Hildesheimer Hütte, 1896 erbaut, gehört zu den ältesten und mit 2.900 Meter Höhe zu den höchstgelegenen Hütten in den südlichen Stubaier Alpen.
Gehzeit: 3 Stunden
Hildesheimer Hütte: Öffnungszeit ca. Ende Juni bis 20. September
Pächter: Gustav Fiegl, tel. Hütte 0043 (0) 5254 2300, tel. privat 0043 (0) 5254 2090
6. TAG: Hildesheimer Hütte - Hochstubaihütte (3.173 m)
Von der Hildesheimer Hütte über den Gaiskarferner vorbei am Restaurant Jochdohle (3.149 m) zieht der Weg in Richtung Bildstöckljoch (3.038 m). Hier hat man immer das traumhafte Panorama mit der Wildspitze im Blickfeld. Unterhalb des Joches geht es dann über den Windacher Ferner zum Fräulaskofel (2.803 m) über den man die Schwemmebene im Warenkar erreicht. Leicht ansteigend gehts zum Seekarsee (2.655 m) weiter. Dort trifft man auf den Weg, der zur Hochstubai Hütte führt.
Gehzeit: 5 Stunden
Hochstubaihütte: Öffnungszeiten von ca. Ende Juni bis Mitte September
Pächter: Florian Fiegl, Hütten-Tel.: +43 (0)664/2665290
7. TAG: Hochstubaihütte (3.173 m) - Sölden
Der Abstieg von der Hochstubaihütte führt zu zwei kleinen Seen und schließlich zum Laubkarsee. Von dort ins Laubkar absteigen - Abzweigung Söldenkogel. Nach kurzer Gehzeit zweigt ein Verbindungssteig ab, der zurück zum Gasthof Fiegl führt. Von dort aus nach Sölden absteigen.
Gehzeit: 3 Stunden
Gasthof Fiegl: mit Taxi erreichbar
Eigentümer:Ernst Riml, tel. Gasthof 0043 (0) 664 52 333 09, tel. Tal (Haus Jasmin) 0043 (0) 5254 2571
Übersichtskarte: download (pdf, 1 MB)